Dieser Eintrag ist nichts für schwache Nerven; auch ist er nicht dazu gedacht, direkt nach dem Essen gelesen zu werden. Ich übernehme keine Haftung für jegliche aufkommende Traurigkeit oder Verzweiflung ob der allgemeinen Lage der Menschheit / der Welt.
1.
Zwei Dinge fallen auf. Das erste sind die beiden toten Hühner, die auf der Straße rumliegen. Sie haben ja sowieso nichts besseres mehr zu tun. Das zweite ist, dass ein lebender Hahn der Käuferin überreicht wird. Sie wird ihn in den winzigen gelben Käfig zu ihren Füßen stecken, in dem schon fünf Hühner eingepfercht sind.
2.
Ja, sie bewegen sich alle noch. Die Frösche springen – versuchen zu springen, versuchen zu entkommen, können aber nicht entkommen, da sie gefesselt sind. Die Fische und die Aale zappeln und winden sich, aber auch sie sehen einem Schicksal entgegen, dem sie nicht entkommen können.
Sie können nicht entkommen.
3.
Dieser Schutt, den die Frau von der Ruine eines abgerissenen Hauses mitgehen lässt... was wird damit geschehen? Es ist solides Holz.
Was wird sie damit tun?
4.
Wellblechdächer, schlechtes Graffitti und schmutzige Fassaden.
Dies sind normale Häuser, durchschnittliche Lebensbedingungen.
5.
Es mag schwer zu erkennen sein, aber hier sieht man einen dünnen, unglaublich stinkenden Fluss. Er wird als Abwasserkanal missbraucht. Ich habe beobachtet, wie ein junger Mann seinen Abfall darin entleerte.
Der Gestank dieses Bächleins lässt sich nicht in Worte fassen.
6.
Ich verstehe nicht viel von dem Plakat. Was ich verstehe, ist allerdings umso bestürzender.
Es handelt sich um ein Suchplakat – so, wie man es in Deutschland oft bei entlaufenden Haustieren aufhängt – für den achtzigjährigen, an Parkinson leidenden Nguyen Ngoc Kinh. Er läuft gekrümmt, und als er das letzte Mal gesehen wurde, trug er einen weißen Anzug.
Wenn man ihn findet, soll man sich bitte bei Herr Tam oder Herr Ha melden; sie bezahlen auch einen „Finderlohn“.
Ein Achtzigjähriger, der an Parkinson leidet und vermisst wird.
Entschuldigt, ich muss mir die Tränen aus den Augenwinkeln tupfen.
Haha von all den Tieren auf dem Planeten ist der Mensch das unmenschlichste! Arme Fröschli...
AntwortenLöschenDer 'Fluss' sieht eher wie ein Gasse, nachdem es geregnet hat und in der viel Müll liegt aus.
AntwortenLöschenUnd nun muss man noch bedenken, dass ein großer Teil der Menschen unter solchen Bedingungen lebt und die Tiere hier wenigstens irgendwann ein Ende für ihr Leid finden. Im Gegensatz zu den 'glücklichen' Tieren in den Laboren oder in Mülltonnen.
Da macht das Nachdenken doch richtig Spaß.
So nachdem ich hier so gute Laune verbreitet habe, sage ich noch viele Grüße aus Deutschland.